Auch wenn es sich viele Nutzer nicht bewusst machen: Smartphones sind Bazillen-Mutterschiffe! Vergessen Sie Ihre Angst vor Autobahn-Toiletten. Kaum eine Oberfläche ist so keimbelastet wie die eines durchschnittlichen Smartphones. Über 100 verschiedene Erreger haben Hygiene-Wissenschaftler von den Screens isoliert. Eiter-Erreger, Fäkal-Keime, multiresistente Keime. Da kann man schon ins Gruseln kommen. Und man führt das Gerät oft zum Mund. Oder die Finger, mit denen man dauernd darauf herumwischt. Und manchmal gibt man es sogar aus der Hand…

 

Ein Tropfen Essig bewirkt mehr als Sagrotan

Nun, den Screen eines Smartphones sauber zu halten, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und die gute Nachricht: Einem gesunden Menschen machen all diese Keime in der auf dem Smartphone vorhandenen Zahl nichts aus. Dennoch ist es angebracht, sein Smartphone ab und an zu säubern. Das sieht schick aus und kann sogar die Funktionstüchtigkeit verbessern. Im Fokus stehen meist der Screen und die Rückseite aus Glas und Metall. Hier nimmt man am besten ein fusselfreies Mikrofasertuch zur Hand. Smartphone-Screens bestehen zwar in aller Regel aus recht widerstandsfähigem Glas, trotzdem können Toilettenpapier oder härtere Textilien das Glas auf Dauer zerkratzen. Auch wenn heute schon viele Geräte wasserdicht sind, sollte man das das Smartphone höchstens mit einem feuchten Tuch reinigen, nicht mit einem nassen. Und wegen der Keime: Ein Schuss Essig schafft genauso viel Hygiene wie die chemischen Keulen der Sagrotan-Fraktion. Keime mögen nämlich keine Säure. Und Essig kostet zudem kaum was und ist biologisch völlig unbedenklich. Vorsichtig sollte man bei der Kameralinse sein, weil Essig eventuell die optische Vergütung beschädigen kann.

 

Die USB-Buchse ist der Bauchnabel des Smartphones

Jeder, der einen Bauchnabel hat, kann sich vorstellen, dass auch USB-Buchsen und Kopfhörer-Anschlüsse Staubfänger sind. Spätestens wenn der Ladestecker nicht mehr richtig passt, wird’s Zeit für eine Reinigung. Manchmal hilft es schon, wenn man kräftig hinein bläst. Dabei muss man nur aufpassen, dass einem das Gewölle nicht ins Auge fliegt. Sonst hilft nur die mechanische Lösung. Manche biegen sich jetzt eine Büroklammer zurecht oder nehmen einen anderen Metallstift und bohren damit in den Anschlüssen herum. Besser nicht! Denn mit diesem Werkzeug kann man Kontakte beschädigen. Sicherer ist ein Zahnstocher aus Holz oder Kunststoff.

 

So schleicht sich der Staub ins Smartphone

Staub ist hartnäckig und er setzt sich in der schmalsten Fuge fest. Das gilt besonders für Geräte, bei denen die Rückseite abnehmbar ist. An der Nahtstelle drückt sich der Staub mit der Zeit immer mehr nach innen. Das kann im Ernstfall sogar zur Überhitzung und zum Ausfall des Smartphones führen, weil der Staub die Abfuhr der Betriebswärme hemmt. Deshalb sollte man von Zeit zu Zeit die Rückseite öffnen und auch hier vorsichtig mit einem (trockenen!) fusselfreien Mikrofasertuch das Smartphone reinigen.

 

Das Smartphone freut sich, wenn auch der Müll auf dem Speicher verschwindet

Wenn Sie schon Kehrwoche haben, können Sie vielleicht auch gleich Datenmüll aus dem Smartphone-Speicher entfernen. Wer ein Smartphone mit nur einem geringen Speichervolumen hat, kommt sowieso schnell in die Verlegenheit, dass der Platz knapp wird. Oft braucht man aber viele ohnehin nicht mehr. Bei einem iPhone mit der Programm-Version iOS 10 gibt es einen Trick, um Speicherplatz freizuräumen. Man schaut zuerst nach, wie viel Speicherplatz noch auf dem iPhone verfügbar ist. Dann geht man in den App Store und sucht nach einer App, die mehr Speicherplatz braucht als noch vorhanden ist – zum Beispiel ein speicherintensives Spiel. Beim Installieren versucht iOS 10 nun, Speicher für das Spiel freizuräumen. Wenn man die Installation nach einer Weile abbricht, hat man so oft schon das doppelte Speichervolumen wie vorher.

 

So finden Sie im Android-Smartphone die Datenfresser

Auch für Android-Geräte gibt es bessere Methoden als die Installation spezieller Datenreinigungs-Apps. In den Einstellungen kann man unter dem Menü „Speicher“ oder „Speicherverwaltung“ sehen, welche Apps, Fotos, der Cache usw. welchen Speicher belegen. Die größten Datenfresser sind meistens die Apps. Im Menüpunkt „Apps“ kann man sich die mit dem Drei-Punkte-Menü der Größe nach sortieren lassen. So kann man die größten Apps sofort erkennen und deinstallieren, wenn man sie nicht mehr braucht. Aber selbst wenn man die App nicht entfernen möchte, kann man sie eventuell entrümpeln. Die App-Detailseite zeigt, wie viel Speicher die App und wie viel die Daten belegt haben. Das können zum Beispiel für den Offline-Betrieb abgelegte Spielstände sein oder Archiv-Nachrichten. Wenn man hier Daten löscht, wird auch die App beim nächsten Start wieder ungeahnt schnell laufen.

 

Mit der Zeit sammelt sich viel Foto-Müll

Auch Fotos und Videos sind Speicherfresser. Oft hat man in der Galerie massenhaft Bilder liegen, die zum Beispiel von Whats App automatisch dort gespeichert wurden, die man aber überhaupt nicht aufbewahren möchte. Fotos, die man behalten aber nicht immer dabei haben möchte, kann man auf seinen Rechner laden oder in die Cloud schicken. Wer Google Fotos nutzt, kann etwa Bilder automatisch auf Google-Servern sichern lassen und hat stets zugriff darauf, sofern eine Internet-Verbindung besteht. Schließlich sollte man einen Blick in den Download-Ordner und ins Cache werfen, wo sich jeweils viel Datenmüll ansammelt, den man nur einmal brauchte und zudem die Geschwindigkeit des Smartphones bremst.